Die drei Verpflichtungen

Seine Heiligkeit der 14. Dalai Lama bezeichnet sich selbst als ‚einfachen buddhistischer Mönch‘. Mit seinen Vorträgen und Besuchen rund um die Welt übermittelt er die grundlegende Botschaft von liebender Güte, von Mitgefühl und Vergeben. Entsprechend folgt der Dalai Lama seinen drei Verpflichtungen:

1. Verpflichtung – Menschliche Werte

Seine erste Verpflichtung ist, als menschliches Wesen der Menschheit und der Welt zu dienen. Die Art und Weise wie er dient basiert auf seiner eigenen Erfahrung und den Lehren aus seiner Tradition. Die letztendliche Quelle eines erfolgreichen Lebens oder des Glücks hängt sehr mit der inneren Qualität des Individuums zusammen. Diese Eigenschaften entstehen nicht unbedingt durch einen religiösen Glauben. Dieses Potenzial liegt in uns von Geburt an. Die Frage, die sich stellt, ist, ob wir dem genügend Aufmerksamkeit widmen oder nicht. Darum macht er immer wieder klar, dass die letztendliche Quelle des Glücks in uns selber liegt. Er schaut vermehrt nach innen und versucht diese inneren Werte von Mitgefühl, Toleranz, liebender Güte und Frieden zu fördern. Dies ist seine erste Verpflichtung.

2. Verpflichtung – Religiöse Harmonie

Auf einer anderen Ebene als buddhistischer Mönch und ein im religiösen Sinne gläubiger Mensch, ist es seine nächste Verpflichtung die Harmonie zwischen den verschiedenen religiösen Traditionen zu fördern. Alle Weltreligionen haben die gleichen ethischen Werte wie Mitgefühl, liebende Güte, Barmherzigkeit. Da die Menschen unterschiedlich dispositioniert sind, ist es sinnvoll und notwendig, verschiedene Religionen in dieser Welt zu haben und es ist daher auch wichtig, bei der eigenen Tradition zu bleiben. Die Grundlagen für eine Harmonie sind das gegenseitige Verständnis, der gegenseitige Respekt und die gegenseitigen Hochachtung. Dies ist seine zweite Verpflichtung. 

3. Verpflichtung – Wohlergehen und Rechte des Tibetischen Volkes

Seine Heiligkeit ist ein Tibeter und trägt den Titel des „Dalai Lama“. Deshalb ist seine dritte Verpflichtung für die Erhaltung der tibetischen-buddhistischen Kultur – eine Kultur des Friedens und Gewaltlosigkeit – zu wirken.